Monopoly ist eines der beliebtesten Brettspiele aller Zeiten. Ob Alt oder Jung, fast jeder h├Ârte schon einmal von dem Familienspiel rund um Grundst├╝cke, Geld und Gl├╝ck. Im Folgenden werden das Spielprinzip, die Regeln und die verschiedenen Versionen von Monopoly ausf├╝hrlich und mit allerlei interessanten Fakten ├╝ber diesen Spieleklassiker erkl├Ąrt.

Das Spielprinzip


Bei Monopoly geht es darum, die gegnerischen Spieler durch kaufm├Ąnnisches Geschick und das n├Âtige W├╝rfelgl├╝ck in den Bankrott zu treiben. Dies gelingt, in dem m├Âglichst viele Besitzrechte von Stra├čen, Verkehrsmitteln und Versorgungswerken erworben werden, f├╝r die die gegnerischen Spieler bei Betreten Miete bezahlen m├╝ssen. Wer am Ende das meiste Geld oder umgerechnet den gr├Â├čten Besitz hat, gewinnt das Spiel.

Vor dem Spiel

Vor dem Spiel m├╝ssen zun├Ąchst einige Vorbereitungen getroffen werden, damit Monopoly auch richtig gespielt werden kann: Die Besitzrechtkarten werden nach Farben und Art sortiert, um schnell darauf zugreifen zu k├Ânnen. Zus├Ątzlich werden die Ereignis- und Gemeinschaftskarten gemischt und auf die vorgesehenen Stellen auf dem Spielfeld gelegt. Jeder Spieler erh├Ąlt ein Startkapital sowie eine Spielfigur. Zudem werden zwei W├╝rfel von 1 bis 6 ben├Âtigt.

Das Spielbrett besteht aus mehreren kleinen Vierecken, die am ganzen Rand nebeneinader angeordnet sind. Der Gro├čteil dieser Felder sind Stra├čen, die alle zu Stra├čengruppen (bestehend aus zwei bis drei Stra├čen) mit unterschiedlichem Wert geh├Âren – sogenannte „Monopole“. Neben den Stra├čenfeldern kann man vier Bahnh├Âfe sowie ein Wasser- und ein Elektrizit├Ątswerk erstehen. Hat man f├╝r eines dieser Felder das Besitzrecht erworben, m├╝ssen die gegnerischen Spieler einen festgelegten Betrag (Miete) an den Eigent├╝mer bezahlen, sobald sie durch W├╝rfeln auf das bestimmte Feld vorr├╝cken. Besitzt man ganze Monopole, kann man durch den Kauf von H├Ąusern und Hotels die Miete f├╝r ein Monopolgrundst├╝ck um ein Vielfaches erh├Âhen.

Au├čerdem befinden sich auf dem Spielbrett ein Gef├Ąngnisfeld – und eines, das den Spieler dort hin schickt; zwei Steuerfelder, auf denen ein bestimmter Betrag an die Bank gezahlt werden muss; ein „Frei Parken“-Feld, wo in der herk├Âmmlichen Version nichts geschieht. Der Rest der insgesamt 40 Felder besteht aus „Ereignisfeldern“ und „Gemeinschaftsfeldern“. In beiden F├Ąllen wird eine Karte vom Stapel der zugeh├Ârigen Ereignis- bzw. Gemeinschaftskarten gezogen – das, was dort steht, ist einzuhalten.

Das Spiel beginnt

Nachdem der Beginner ausgemacht wurde, geht es los. Es werden beide W├╝rfel geworfen und auf das jeweilige Feld vorger├╝ckt. Landet der Spieler auf einem Stra├čen-, Bahnhof- oder Versorgungswerkfeld, w├Ągt er ab, ob er die Besitzrechtkarte gegen den vorgeschriebenen Preis erwirbt oder ob er sein Geld beh├Ąlt. Im Uhrzeigersinn geht es nun weiter. Fr├╝her oder sp├Ąter wird jemand auf einem Feld landen, das von einem anderen Spieler beansprucht wurde. In diesem Fall muss dem Besitzer der Mietpreis, der auf der Besitzrechtkarte vorgeschrieben ist, ausgezahlt werden. Im sp├Ąteren Verlauf k├Ânnen auf den Monopolen H├Ąuser und Hotels gebaut werden, die den Mietpreis vervielfachen. Die zu bezahlenden Betr├Ąge auf den Steuerfeldern und manchen Ereignis-/Gemeinschaftskarten kommen in die Bank (oder in die Mitte des Spielfelds, siehe Regeln). Wer eine komplette Runde um das Spielfeld gewandert ist und das „LOS“-Feld ├╝berschreitet, bekommt einen festgeschriebenen Geldbetrag zugesprochen.

Der sp├Ątere Spielverlauf

Am einem bestimmten Zeitpunkt sind alle Besitzrechtkarten im Spiel vergeben. Nur selten kommt es vor, dass bereits dann ein Spieler alle Stra├čen einer Farbe und somit ein Monopol besitzt. Daher sind gute Verhandlungen mit den anderen Spielern in der Regel essentiell f├╝r den Sieg. Sowohl Besitzrechtkarten als auch Geld k├Ânnen untereinander getauscht werden, damit m├Âglichst jeder Spieler wettbewerbsf├Ąhig ist, sprich mindestens ein Monopol hat. Nun geht es darum, H├Ąuser und Hotels auf den eigenen Stra├čen zu bauen und auf das W├╝rfelpech der Gegner zu hoffen, gleichzeitig aber nicht auf den bebauten Feldern der Gegner zu landen – ansonsten ist das Geld schnell weg und die eigenen Geb├Ąude m├╝ssen eventuell wieder verkauft werden. Sollte es nicht m├Âglich sein, einen geforderten Geldbetrag zu bezahlen, k├Ânnen auch Hypotheken aufgenommen (dadurch erh├Ąlt man auf dem jeweiligen Feld keine Miete mehr), oder Angebote in Form von Besitzrechtkarten gemacht werden.

Wer kein Geld und keine Besitzrechtkarten mehr hat, gilt als Bankrott und hat Monopoly verloren. Wer zuletzt ├╝brig bleibt und den gr├Â├čten Besitz hat, gewinnt.

 

Die Regeln


Eine Partie Monopoly dauert oft mehrere Stunden und hat ein dementsprechend gro├čes Regelwerk. Dabei gibt es sowohl die offiziellen Spielregeln aus der Monopoly-Spielanleitung, als auch inoffizielle Regeln, die bei vielen Spielern mehr oder weniger beliebt sind.

 

Offizielle Regeln

Hier folgen die wichtigsten offiziellen Spielregeln von Monopoly:

– Bei einem Pasch (beide W├╝rfel haben zeigen die gleiche Augenzahl) ist ein Spieler nochmal an der Reihe. Nach dem dritten Pasch in Folge muss er allerdings in das Gef├Ąngnis.

– Muss ein Spieler ins Gef├Ąngnis, geht er direkt dort hin und der Zug ist vorbei. Die Freilassung erfolgt entweder durch Bezahlen der Kaution oder W├╝rfeln – man kommt frei, wenn man einen Pasch w├╝rfelt. Dar├╝ber hinaus gibt es im Spiel zwei „Du-kommst-aus-dem-Gef├Ąngnis-frei“-Karten, die man beh├Ąlt und in diesem Fall einsetzen kann. Schl├Ągt ein Paschversuch fehl, setzt man die Runde aus. Nach drei Runden ohne Pasch ist der Spieler verpflichtet, die festgelegte Kaution zu bezahlen und aus dem Gef├Ąngnis zu gehen. Die Kaution kann aber auch schon in der ersten Runde bezahlt werden. Nach den offiziellen Spielregeln darf man auch im Gef├Ąngnis Miete kassieren, Hypotheken aufnehmen, H├Ąuser bauen und mit anderen Spielern verhandeln.

– Besitzt ein Spieler alle Stra├čen einer Farbe, hat aber kein Haus auf diesen Stra├čen gebaut, verdoppelt sich der Mietpreis. Dies ist nicht mehr der Fall, wenn eine Stra├če mit einer Hypothek belastet ist.

– Im offiziellen Regelwerk wird eine Besitzrechtkarte direkt versteigert, nach dem sich ein Spieler gegen den Kauf entschieden hat. Allgemein wird diese Regel oft nicht beachtet (siehe inoffizielle Regeln)

– Bauen ist nur erlaubt, wenn man selbst am Zug ist. M├Âchte man in einer Runde dringend Geb├Ąude bauen, ist darauf zu achten, dies vor dem W├╝rfeln zu tun.

Hypotheken

– Ist eine Stra├če des Monopols mit einer Hypothek belastet, darf nicht gebaut werden. Bei der Bebauung der Monopole m├╝ssen H├Ąuser und Hotels gleichm├Ą├čig verteilt werden. Eine 3/1/1-Verteilung beispielsweise ist verboten, hier muss auf 2-2-1, bzw. 2-1-2 oder 1-2-2 umgestellt werden. Hotels d├╝rfen erst gebaut werden, nachdem mindestens f├╝r eine Runde vier H├Ąuser auf jeder Stra├če des Monopols standen. Ein Hotel entspricht f├╝nf H├Ąusern, dementsprechend ist es verboten, eine Stra├če mit Hotel und eine mit z.B. drei H├Ąusern in einem Monopol zu f├╝hren. Ist kein Haus bzw. Hotel mehr verf├╝gbar (tritt oft bei einer hohen Spielerzahl ein), hat man Pech gehabt und kann nicht mehr bauen, bis jemand anderes seine Geb├Ąude verkauft. Ein Haus kann man nur zum halben Einkaufspreis verkaufen, daher sollte man stets versuchen, seine Geb├Ąude zu behalten.

 

Wer nicht mehr zahlen kann, muss alles abgeben. Die sch├Ânen und h├Ąsslichen Seiten von Monopoly werden jede Runde aufgezeigt.

 

inoffizielle Regeln

Die offiziellen Regeln werden h├Ąufig missachtet oder ver├Ąndert und oft gelten bei Monopoly eigene Hausregeln. Hier folgen die bekanntesten inoffiziellen Monopoly-Regeln.

– Das Geld, dass durch Steuerfelder und Ereignis-/Gemeinschaftskarten an die Bank gehen w├╝rde, wird stattdessen in die Mitte des Spielfeldes gelegt. Das Geld bekommt derjenige, der auf „Frei Parken“ landet. Somit hat auch dieses Feld eine Bedeutung.

– Die Besitzrechtkarten werden in einer Schnellspiel-Variante vor Beginn des Spiels unter den Spielern verteilt. Dies verk├╝rzt die Spielzeit enorm.

– Wer im Gef├Ąngnis sitzt, darf weder mit Mitspielern verhandeln noch Miete kassieren oder H├Ąuser bauen. Dies macht das Gef├Ąngnis-Feld noch unangenehmer und erh├Âht den Schwierigkeitsgrad.

– Oft wird Monopoly ein wenig vereinfacht: Geb├Ąude werden zum vollen Kaufpreis verkauft; Hypotheken werden ohne Zinsen zur├╝ckgezahlt und d├╝rfen auch auf bebauten Feldern aufgenommen werden; Geb├Ąude d├╝rfen auch auf Stra├čen gebaut werden, wenn man nicht alle Stra├čen der Farbe besitzt.

– Die wahrscheinlich bekannteste inoffizielle Regel besagt, dass ein Spieler das doppelte Gehalt pro Runde bekommt, wenn er direkt auf dem „Los“-Feld landet.

– Geb├Ąude d├╝rfen nur gebaut werden, wenn man auf dem zu bebauenden Feld steht. Dies erh├Âht die Schwierigkeit und die Spieldauer enorm.

 

Versionen von Monopoly


├ťber die Jahre wurden viele Neuauflagen von Monopoly entwickelt, darunter teils kuriose Versionen mit verschiedenen Feldern, anderer W├Ąhrung und geringf├╝gig ge├Ąnderten Regeln. Weltweit gibt es bereits ├╝ber 1000 verschiedene Varianten. Das Grundprinzip des Spiels bleibt dabei aber immer gleich.

So gibt es mittlerweile moderne Versionen wie die Europa-Edition, wo europ├Ąische St├Ądte anstatt deutschen Stra├čen zu erweben sind und ein Plastik-Eurost├╝ck den Schein ersetzt. Gro├če Neuerungen wurden im neuen Millenium durch den Wechsel zum Banking durchgesetzt. Bei Monopoly World oder Monopoly Banking werden Stra├čennamen durch die gr├Â├čten St├Ądte der Welt ersetzt und anstatt eines Haufens verschiedener Geldscheine gibt es nun Bankkarten. Diese werden dann f├╝r die Geldtransfers in den zugeh├Ârigen „Automaten“ mit einer Einzahl- und Abhebefunktion geschoben.

F├╝r die J├╝ngsten gibt es auch einige Versionen. Spiele wie Monopoly Junior oder die Monopoly Pummeleinhorn Edition machen auch kleine Kinder mit dem komplexen Spiel vertraut. W├Ąhrend bei der Pummeleinhorn Edition Keksfabriken und Kekstuben gebaut werden k├Ânnen, gibt es bei Monopoly Junior Besitzrechte f├╝r das Schwimmbad oder den Spielplatz zu erstehen.

Dar├╝berhinaus gibt es viele Fan-Editionen des Spieleklassikers. Varianten wie „Monopoly – The Legend of Zelda“ oder die „Der Herr der Ringe“-Edition zielen genau auf die Fans dieser Epen an. Das Zahlungsmittel bei der „Zelda“ Edition sind Rubine, durch „den einen Ring“ bei der „Herr der Ringe“ Edition neue besondere Spielregeln hinzukommen.

Neben weiteren modernen Versionen wie „Monopoly Revolution“ mit einem runden Spielbrett oder „Monopoly Cities“ erfreut sich auch die klassische Variante mit D-Mark weiterhin gro├čer Beliebtheit.

 

Geschichte von Monopoly


Den Grundstein f├╝r die Entstehung des Spiels legte Elizabeth Magie 1904, die in jenem Jahr das Spiel „The Landlord’s Game“ erfand. Es hatte urspr├╝nglich einen politischen Hintergrund und sollte die Gefahren durch Monopole und die dadurch entstehende Armut der unteren Gesellschaftsschichten verdeutlichen. Nachdem das Spiel unter Studenten immer beliebter wurde, meldete Magie 1924 Patent f├╝r eine ├╝berarbeitete Version des Spiels an und zeigte es George Parker, einem der Gr├╝nder von „Parker Brothers“.

Zun├Ąchst gefiel es ihm nicht, doch nachdem der Heizungsbauer Charles Darrow das Spiel geringf├╝gig ver├Ąnderte und damit auf Begeisterung stie├č, entwickelten auch die Parker Brothers Interesse an dem Spiel. Sie verhalfen Darrow zu einer Patentanmeldung auf seine Version und kauften Elisabeth Magie 1935 das Patentrecht f├╝r gerade einmal 500 US-Dollar ab. Die Verkaufszahlen stiegen erfolgreich an und Darrow wurde als erster Spieleautor Million├Ąr. Der 19. M├Ąrz 1935 wird von Hasbro (mittlerweile Inhaber von „Parker Brothers“) als Geburtstag von „Monopoly“ gefeiert.

1936 erschien die erste deutsche Version des Spiels mit echten Berliner Stra├čennamen. Die teuerste Karte war „Insel Schwanenwerder“, ein Nobelviertel Berlins. Dort wohnte der damalige Propagandaminister Joseph Goebbels, der das Spiel daraufhin offiziell wegen seines „j├╝disch-spekulativen Charakters“ verbot.

F├╝r die Neuauflage in der BRD, die 1953 erschien, w├Ąhlte man nun beliebige Namen wie die „Schlossallee“ oder die „Lessingstra├če“, um weitere Komplikationen zu verhindern. Diese klassische Version von Monopoly ist seither die ber├╝hmteste in Deutschland.

Warum ist Monopoly so beliebt?


Die Beliebtheit von Monopoly liegt in erster Linie daran, dass es kaufm├Ąnnisches Geschick, gepaart mit dem n├Âtigen W├╝rfelgl├╝ck, erfordert. Gl├╝cksspiele reizen die Menschen seit jeher. Dieser Aspekt wird hier mit dem Spa├č an Verhandlungen mit Freunden oder Verwandten verkn├╝pft, die im Spiel zu knallharen Widersachern werden. Das ├ťberlegenheitsgef├╝hl, wenn man von einem Mitspieler eine hohe Miete ausgezahlt bekommt und dadurch dem Sieg n├Ąher kommt, w├Ąhrend der Gegner in den Ruin getrieben wird, erweckt Gl├╝cksgef├╝hle und wird von allen Spielern angestrebt. Die st├Ąndige Anspannung und die Angst vor dem W├╝rfelpech und einem damit verbundenden Verlust sorgen daf├╝r, dass das Spiel auch nach hoher Spielzeit nicht langweilig wird. W├Ąhrend andauerndes Pech den Spielern an den Nerven zerrt, gilt jede einzelne Einnahme als Erfolg und wirkt motivierend. Dieses Auf und Ab der Gef├╝hle im Spiel und der Spa├č am Konkurrenzkampf machen Monopoly zu einem der beliebtesten Spiele der ganzen Welt.

 

Monopoly Brettspiel

Freud und Leid liegen bei Monopoly oft ganz nah beieinander

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